Seit August musst du KI auf deiner Website kennzeichnen

Am 2. August 2026 sind die Transparenzpflichten der EU-KI-Verordnung wirksam geworden. Das ist Artikel 50. Er klingt nach etwas für Konzerne, trifft aber auch den Malerbetrieb mit einem Chatbot auf der Website.

Vorweg der Satz, der hier hingehört: ich bin kein Anwalt. Ich schreibe auf, was ich verstanden habe und was ich bei meinen eigenen Projekten umsetze. Wenn bei dir viel davon abhängt, frag jemanden, der dafür haftet.

Die zwei Fälle, die kleine Betriebe betreffen

Erstens der Chatbot. Hast du auf deiner Seite ein Fenster, in dem Besucher schreiben können und eine KI antwortet, musst du dem Besucher sagen, dass er mit einer Maschine spricht. Nicht im Kleingedruckten, sondern dort, wo er es sieht.

Ein Satz reicht. Zum Beispiel: "Hier antwortet ein KI-Assistent. Für eine Antwort von mir persönlich schreib mir eine E-Mail."

Zweitens Bilder, Ton und Video. Veröffentlichst du Inhalte, die künstlich erzeugt sind und einen echten Eindruck machen sollen, musst du die Herkunft kenntlich machen. Das zielt vor allem auf Deepfakes. Ein KI-Bild in deiner Werbung, das wie ein echtes Foto aussieht, gehört in diese Richtung.

Reine Schreibhilfe fällt in der Regel nicht darunter. Wenn du dein Angebot mit KI formulierst und danach selbst überarbeitest, musst du das nicht ans Angebot schreiben.

Was du praktisch machst

Geh deine Seite einmal durch und beantworte drei Fragen.

  1. Habe ich einen Chatbot? Wenn ja, steht dort ein Hinweis, bevor der Besucher schreibt?
  2. Habe ich Bilder auf der Seite oder in der Werbung, die eine KI gemacht hat und die wie echte Fotos wirken? Wenn ja, steht irgendwo, dass sie künstlich sind?
  3. Habe ich Videos oder Sprachaufnahmen, die eine KI erzeugt hat?

Findest du bei einer Frage ein Ja ohne Hinweis, ist das dein Arbeitsauftrag für diese Woche.

Was für dich nicht gilt

Viel von dem, was gerade über die KI-Verordnung geschrieben wird, betrifft dich gar nicht.

Die strengen Regeln für sogenannte Hochrisiko-Systeme gelten für Anbieter, also für Leute, die KI-Systeme bauen und verkaufen. Wenn du ChatGPT benutzt, baust du nichts. Diese Fristen wurden im Juli 2026 außerdem noch einmal nach hinten verschoben, auf Dezember 2027 beziehungsweise August 2028.

Es gibt eine Pflicht zur KI-Kompetenz. Die klingt schlimmer, als sie ist. Du musst kein Zertifikat vorlegen. Du sollst dich damit befasst haben, was KI kann und wo sie Unsinn erzählt. Ein Kurs, ein Nachmittag mit jemandem, der sich auskennt, eine kurze Notiz darüber im Ordner, das ist die Richtung.

Was ich bei mir gemacht habe

Auf dieser Seite läuft kein Chatbot. Das ist kein Zufall, sondern eine Entscheidung. Ein Chatbot hätte bedeutet: fremder Dienst, Daten meiner Besucher dort, ein Zustimmungsfenster für alle. Dafür ist mir mein Versprechen zu wichtig, dass hier nichts an fremde Server geht.

Wenn du einen Chatbot willst, baue ich dir einen. Ich sage dir aber vorher ehrlich, was er kostet, nicht nur an Geld, sondern an Pflichten.

Quellen

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Porträtfoto des Inhabers von KInnovativ

Nicht sicher, was du brauchst?

Schreib mir in zwei Sätzen, was du vorhast. Ich sage dir ehrlich, was sinnvoll ist, auch wenn es weniger ist als gedacht. Das kostet dich nichts.